Bulgarien das Schwarze Meer

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Das Schwarze Meer ist ein Binnenmeer zwischen Europa und Asien und etwa so groß wie die Nordsee, d.h. 461.000 m², allerdings viel tiefer, nämlich bis zu 2.212 m, durchschnittlich sind es 1.187 m. Ans Schwarze Meer grenzen im Uhrzeigersinn die Ukraine, Russland, Georgien, die Türkei, Bulgarien und Rumänien. Die Wassertemperatur beträgt je nach Jahreszeit 10 – 25 Grad. Über den Bosporus, das Marmarameer und die Dardanellen ist das Schwarze Meer mit dem östlichen Mittelmeer (Ägäis) verbunden. Die bekanntesten Flüsse, die ins Schwarze Meer münden, sind die Donau (in Rumänien), der Dnepr (in der Ukraine) und die Dnister (bei Odessa in der Ukraine). Der Salzgehalt des Schwarzen Meeres ist relativ niedrig, bis etwa 150 m Tiefe ist er nur 1,7%, danach nimmt er ab etwa 150 m Tiefe zu. Im Vergleich haben die Ozeane und Meere im Allgemeinen einen Salzgehalt von ca. 3,5%. 

Entstehungsgeschichte

Vor langen Zeiten war das Schwarze Meer ein reiner Binnen- und Süßwassersee. Wie sich das dann geändert hat, wie es zu einem salzigen Gewässer mit Zugang zum Mittelmeer wurde, darüber streiten sich bis heute die Geologen. Fest steht, dass irgendwann in Vorzeiten der Bosporus durchbrach und dadurch eine dauerhafte Verbindung zum Mittelmeer entstand. Diese Verbindung besteht nunmehr schon seit circa 7000 Jahren. Es gibt verschiedene Theorien, wie es dazu kam. Eine Vermutung ist, dass es vor 7000 Jahren eine gigantische Überflutung des Schwarzen Meeres gab. In dieser Überflutung sehen einige Wissenschaftler die biblische Sintflut. Eine andere Vermutung geht aber davon aus, dass diese Sintflut nicht so gewaltig war, sondern das Salzwasser gemächlich über den Bosporus geschwappt ist. Und dann haben wir noch die zwei Wasserschichten, die obere 150 m tief. Mit ihrem geringeren Salzgehalt ist sie leichter und schwimmt auf der schwereren, salzhaltigeren unteren Schicht. Die beiden Schichten haben quasi keinen Wasseraustausch untereinander. Etwa vor 4000 Jahren ist das Wasser der unteren Schicht umgekippt, Wissenschaftler nennen es anaerobes, das heißt sauerstofffreies Wasser. Wir wollen jetzt hier keine wissenschaftliche Abhandlung darüber betrachten, nur so viel, dass der Sauerstoff für den mikrobiologischen Abbau des organischen Materials, das kontinuierlich nach unten gefallen ist verbraucht wurde. Dazu kommt noch, dass vom Meeresboden Methangas aufsteigt. Auch Methan reagiert mit Sauerstoff und verbraucht ihn, so dass der Sauerstoffgehalt der unteren Schicht immer kleiner wurde, bis er schließlich gar nicht mehr vorhanden war. Seither ist nur noch die obere Wasserschicht von etwa 150 m Tiefe sauerstoffhaltig, und die gewaltige Wassermenge darunter (das Schwarze Meer ist bis zu 2200 m tief) ist tot. Dort kann mit Ausnahme einiger spezieller Mikroorganismen kein Lebewesen existieren. Aber in der oberen Schicht quoll das Schwarze Meer lange Zeit vor Leben über, die Fischgründe schienen unerschöpflich und es gab enorm viele (Wasser-) Vögel. In den vergangenen 150 Jahren jedoch haben die Umweltbelastungen das Schwarze Meer zu einem der bedrohtesten Meere der Erde gemacht. Die Zuflüsse bringen heute kaum noch Frischwasser, sondern Abwässer aus Industrie und Städten usw. usw. Seit dem Zusammenbruch der Regime des Ostblocks bekommt das Schwarze Meer eine Atempause. Die EU Länder Bulgarien und Rumänien können jetzt auch mit Geld aus Brüssel Klärwerke investieren.

Inseln im Schwarzen Meer

Das Schwarze Meer ist arm an Inseln und Inselgruppen. Einzelne kleine Inseln und Eilande gibt es vor der türkischen und bulgarischen Küste, andere finden wir in den Mündungsgebieten der größeren Zuflüsse (Donau, Dnjepr). Die von der Anzahl her größte Inselgruppe findet sich in der Bucht von Burgas.

Bulgarien hat insgesamt 5 Inseln im Schwarzen Meer:

Sweta Anastasia ist eine kleine, nur rund einen Hektar große Insel und gehört zum Stadtgebiet von Burgas. Sie ist die einzige bewohnte bulgarische Meeresinsel und liegt in der Bucht von Burgas, in der Nähe des Militärhafens. Sie verfügt über Strom- und Wasserversorgung. Dort befindet sich auch das einzige erhaltene mittelalterliche Inselkloster im Schwarzen Meer.

Sweti Iwan ist die größere zweier Inseln, die wenige Kilometer nördlich von Sosopol in der Bucht von Sosopol im Golf von Burgas liegen und ist mit 0,66 km² die größte der 5 Bulgarischen Schwarzmeerinseln. Sie ist nach dem heiligen Iwan Rilski benannt. Die kleinere Insel neben ihr heißt Sweti Petar. In der Antike waren beide Inseln miteinander verbunden und Teil der griechischen Stadt Apollonia. Es wird vermutet, dass ein Naturereignis die zusammenhängende Insel geteilt hat.

Seit 1884 gibt es auf der ansonsten unbewohnten Insel Sweti Iwan einen Leuchtturm.

Heute ist die Insel Sweti Iwan mit der Insel Sweti Petar Teil eines Naturschutzgebietes. Über 70 bedrohte Vogelarten nisten dort. Auf Sweti Iwan findet man die größte Kolonie von Silbermöwen in Bulgarien.

Sweti Kirik, manchmal Sweti Kirik i Julita genannt, ist eine nahe der Küste (250 m) von Sosopol gelegene Insel mit 8 Hektar Fläche. Die Heiligen Quiricus und Julitta waren christliche Märtyrer, die Anfang des 4. Jahrhunderts getötet wurden. Ihnen wurde in der Spätantike ein Kloster geweiht, das 1629 von den Osmanen zerstört wurde.

Zuletzt gibt es noch 15 km südlich von Sosopol (8 km Luftlinie) die Insel Sweti Toma (Heiliger Thomas) mit einer Fläche von 3000 m². Hier ist der einzige Ort, wo wilde Kakteen wachsen. Angepflanzt wurden diese um 1933 von Zar Boris III. Und bedecken einen großen Teil der Insel. Benannt ist die Insel nach der in früheren Zeiten dort befindlichen Sweti.Toma-Kapelle. Sie wird aber auch Schlangeninsel genannt, weil man dort viele Schlangenarten findet.